Wenn eine Hitzewelle die andere jagt, will man jede Möglichkeit nach einer Abkühlung ergreifen. Wie wäre es da zum Beispiel mit einem kalten Smoothie aus dem Mixer? Einfach tiefgekühlte Beeren rein, mixen und fertig ist die leckere Erfrischung. Doch ist das nicht ganz ungefährlich, wie ich kürzlich feststellen musste. Denn tiefgefrorene Früchte bergen unter Umständen ein Gesundheitsrisiko. Und so könnte eine vermeintliche Leckerei zu zwei Tagen auf der Toilette oder im schlimmsten Fall ins Krankenhaus führen.
Wie gefährlich sind Tiefkühlbeeren?
Das hätte ich nie gedacht: Tiefgefrorene Beeren können krank machen. Der Grund: Es besteht die Möglichkeit, dass sie mit gefährlichen Viren wie dem Norovirus oder auch Hepatitis A belastet sind. Davor warnt das Bundesinstitut für Risokobewertung (BfR) bereits seit 13 (!) Jahren. Hast du das gewusst? Wer sich die Früchte einfach so in den Mixer, aufs Müsli oder ins Getränk kippt, geht ein großes gesundheitliches Risiko ein.
Wie das BfR erklärt, können die Beeren bei der Bewässerung, Düngung, bei der Ernte oder auch im Gefrierprozess mit kontaminiertem Wasser, Boden oder erkrankten Menschen in Kontakt kommen. Da das Tiefgefrieren die Viren nicht abtötet und sie auch sonst sehr widerstandsfähig sind (sie können mehrere Tage auf den Lebensmitteln überleben), besteht ein Infektionsrisiko. Laut Verbraucherzentrale werden jährlich 100.000 Erkrankungen durch Erreger in Lebensmitteln gemeldet.
Wie gefährlich ist eine Infektion?
Eine Infektion mit dem Norovirus zeigt sich bereits nach ein bis zwei Tagen in Form von Brechdurchfall und einem damit verbundenen starken Flüssigkeitsverlust. Die Symptome ebben oft nach zwei Tagen wieder ab, doch scheidet man noch wochenlang weiter Viren aus. Besonders gefährlich sind Noroviren für Säuglinge und Kleinkinder, aber auch für kranke Menschen. Sie können im Ernstfall daran sterben, wie das BfR warnt.
Bei Hepatitis A dauert es hingegen mehrere Wochen, bis die ersten Symptome wie Übelkeit und Oberbauchschmerzen auftreten. Auch Gelbsucht gehört zu den gängigen Merkmalen. Dabei färben sich Haut und Augen gelb, Urin und Kot braun und Betroffene klagen über einen starken Juckreiz. In der Folge erleiden Erkrankte eine Leberentzündung, die meist wieder vollständig abklingt. Hier sind vor allem immunschwache Personen gefährdet. Gegen Hepatitis A kannst du dich im Gegensatz zum Norovirus impfen lassen.
Wie oft werden betroffene Lebensmittel gefunden?
Bei routinemäßigen Untersuchungen werden immer wieder kontaminierte Beeren entdeckt. Gerade erst Anfang Juli hat deswegen Rewe die „ja! Beerenmischung“ im 750-Gramm-Beutel zurückgerufen. In der Charge mit der Nummer L-26085, dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) 15.03.2028 und der Global Trade Item Number (GTIN) 4337256908795 wurden Hepatitis-A-Viren nachgewiesen. Und im Mai war es der Beeren-Mix von Globus (300 Gramm, MHD 29.09.2027, EAN: 4304218430861). Auch im vergangenen Jahr gab es Rückrufe bei Kaufland und Lidl. Beim Discounter bestand Verdacht auf Noroviren, laut „produktwarnung.eu„.
Wie du siehst sind Rückrufe von kontaminierten Tiefkühlbeeren keine Einzelfälle. Bleibt also die Frage: Wie kannst du die Beeren sicher verzehren?
Wie soll ich Tiefkühlerdbeeren im Mixer zubereiten?
Simples Abwaschen reicht bei Tiefkühlerdbeeren nicht aus. Aus dem Merkblatt „Verbrauchertipps: Schutz vor viralen Lebensmittelinfektionen“ hat das BfR daher folgende Anweisung:
„Ein gleichmäßiges und vollständiges Durcherhitzen der Lebensmittel vor dem Verzehr durch Kochen oder Braten scheint (…) geeignet, das Risiko einer viralen Lebensmittelinfektion deutlich zu reduzieren.“ (Änderung d. Red.)
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Genauer: Wenn du deine Tiefkühlbeeren auf mindestens 90 Grad Kerntemperatur zwei Minuten lang erhitzt, kannst du damit etwaige Viren abtöten. Wichtig: Ein teilweises Erhitzten reicht nicht aus, auch nicht in der Mikrowelle. Du musst die Beeren richtig aufkochen. Erst im abgekühlten Zustand sollten sie dann in den Mixer….
… oder auch in die Slush- oder Eis-Maschine. Übrigens gibt es unseren Favorit von Ninja gerade für unter 200 Euro. Wie du dir einen Extra-Rabatt sichern kannst, erfährst du >>hier.
Welche Alternative zu Tiefkühlbeeren gibt es?
Wie kannst du dir dann jetzt einen kalten Smoothie zubereiten, wenn du die Beeren vorher erst mal kochen musst? Eine sinnvolle Alternative wären frische Beeren. Diese kannst du zum Beispiel:
- vorher einfrieren
- mit Eiswürfeln mixen (wenn dein Mixer dafür geeignet ist)
- zu einem Smoothie verarbeiten und diesen dann einfrieren
Wichtig ist natürlich auch hier, die Früchte vorher immer abzuwaschen und so von möglichen Verschmutzungen zu befreien.
Fazit
Es ist nicht auszuschließen, dass Tiefkühlbeeren aus dem Supermarkt oder Discounter mit Noroviren oder Hepatitis A kontaminiert sind. Eine Erkrankung kann schwer verlaufen und vor allem immunschwache, kranke, alte, aber auch sehr junge Menschen wie Kleinkinder schwer treffen. Um ganz sicherzugehen, solltest du Tiefkühlbeeren daher vor dem Verzehr aufkochen und somit eventuell vorhandene Viren abtöten. Danach sind die Früchte sicher für den Verzehr. Eine gute Alternative bleiben nach wie vor frische Beeren.


