Samsung ist immer wieder in der Lage, mit neuen Display-Technologien zu überraschen. Zuletzt beispielsweise mit der neuen Foldable-Technik Flex Titanium. Ausgerechnet beim teuersten Aushängeschild der aktuellen S26-Serie sorgt das Display jetzt aber für Frust. Beim Galaxy S26 Ultra schimmert bei etlichen Geräten ein roter Schleier in der Bildmitte. Nach wochenlangem Schweigen hat Samsung das Problem nun offiziell eingeräumt – und verspricht Besserung.
Roter Fleck in der Mitte – das steckt dahinter
Betroffene berichten von einem rötlichen bis magentafarbenen Bereich, der sich mitten auf dem Display festsetzt. Besonders deutlich wird er auf hellen, weißen Flächen, während er bei viel Umgebungslicht schnell mal übersehen wird. Auffällig: Bei manchen Nutzern tauchte die Verfärbung schon kurz nach dem Marktstart Anfang 2026 auf, bei anderen erst nach Monaten der Nutzung. Selbst Ausstellungsgeräte im Handel erwischte es. Kein Wunder also, dass sich in den einschlägigen Foren und auf Social Media reihenweise Fotos sammelten – bis Samsung reagieren musste.
Samsungs Erklärung – und warum Zweifel bleiben
Die gute Nachricht für Besitzer: Laut Samsung handelt es sich nicht um einen kaputten Bildschirm, sondern „nur“ um einen Software-Fehler bei der Farbkalibrierung. Ein Manager erklärte gegenüber koreanischen Medien, die Farbbalance könne in der Bildschirmmitte ins Rötliche kippen, wenn das OLED-Panel längere Zeit bei voller Helligkeit starkem Umgebungslicht ausgesetzt sei. Ein Displaytausch sei deshalb nicht nötig – ein Software-Update soll die Farben wieder geradeziehen. Das Problem ist nur: Wann genau das Update kommt, ließ Samsung offen.
So beruhigend das klingt, ganz rund ist die Geschichte nicht. Denn die Erklärung liefert keine Antwort auf zwei entscheidende Fragen: Warum tritt der Effekt bei vielen erst nach Wochen oder Monaten auf? Und warum betrifft er ausgerechnet nur einen bestimmten Bereich in der Mitte und nicht das ganze Panel?
Verdächtiger Nummer 1: das Privacy Display
Und genau an dieser Stelle wird es interessant. Das Galaxy S26 Ultra ist bislang das einzige Samsung-Handy mit dem sogenannten Privacy Display – in Deutschland sperrig „Datenschutzanzeige“ genannt. Dahinter steckt eine spezielle OLED-Bauweise, die seitliche Blicke aufs Display blockiert, indem sie das Licht der Pixel gezielt nach vorn lenkt und die mittigen Bildpunkte verstärkt. Und genau dort, wo die Technik am stärksten eingreift, zeigt sich nun der rote Fleck. Dass Fachleute die Datenschutzanzeige als Ursache im Verdacht haben, liegt also nahe – auch wenn Samsung das ausdrücklich verneint.
Es wäre aber nicht die erste Kinderkrankheit dieser ersten Technikgeneration: Schon nach dem Start klagten einige Nutzer über Augenbelastung, Kopfschmerzen oder ein feines Flimmern und schickten ihr Gerät teils wieder zurück. Neue Hardware, neue Risiken. Das gilt eben auch für Samsung.
Das kannst du jetzt tun
Wir haben bei Samsung übrigens schon nachgefragt, ob das Problem generell alle Modelle des Galaxy S26 Ultra betreffen kann, oder nur eine bestimmte Charge betroffen ist. Eine Antwort haben wir bisher von der für Deutschland zuständigen Pressestelle nicht erhalten. Wir reichen sie aber an dieser Stelle nach, sobald sie uns vorliegt.
Falls du selbst schon ein Galaxy S26 Ultra mit Rotstich-Fehler besitzt: Laut Samsung ist es bereits möglich, ein Servicecenter aufzusuchen. Dort lässt sich das Display dem Vernehmen nach neu kalibrieren. Ansonsten heißt es: auf das angekündigte Update warten. Einen aufwendigen Panel-Tausch musst du nach bisher vorliegenden Informationen nicht befürchten.
Und wer mit dem Kauf liebäugelt: Das Samsung Galaxy S26 Ultra ist inzwischen deutlich günstiger zu haben. Statt der 1.449 Euro zum Start bekommt man die 256-GB-Version teils schon für unter 900 Euro. Ein starkes Angebot, keine Frage. Das Display-Thema solltest du bei einem Gerät dieser Preisklasse trotzdem im Hinterkopf behalten.
Der rote Fleck im Display des Samsung Galaxy S26 Ultra zeigt einmal mehr: Auch ein Flaggschiff für weit über 1.000 Euro ist nicht vor Macken gefeit – im Gegenteil. Wer als Erster eine neue Technik wie das Privacy Display bekommt, zahlt eben nicht nur mit Geld, sondern auch mit dem Risiko unausgereifter Details. Dass Samsung das Problem einräumt und ein Update verspricht, rechne ich dem Hersteller hoch an. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack: Bei diesem Preis darf ich erwarten, dass das teuerste Feature nicht zur größten Schwachstelle wird.

